Wie ein Neger der in einem großen Auto durch Beverly Hills fährt eine „routinemäßige“ Verkehrskontrolle auslöst, so werden in Brandenburg immer mehr langhaarige Männer, in Fahrzeugen jedweder Bauart angehalten.
„Guten Tag, Stationförster Schmidt mein Name, Allgemeine Verkehrskontrolle! Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ Nachdem ich dem freundlichen, doch mürrischen Schutzmann meine Papiere gegeben hatte, kam auch gleich die Frage, die ich sowieso erwartet hatte: „Haben sie in den letzten 24 Stunden irgendwelche Drogen zu sich genommen?“ Ebenso gut hätte ich auch ja antworten können, verneinte ich wahrheitsgemäß seine Frage. Meine Antwort offensichtlich ignorierend, bat mich der Gesetzeshüter, an diesem verregneten Sonntagnachmittag zur Speichelprobe. Lächelnd gab er mir auch gleich zu verstehen, dass die Prozedur gut und gerne 15 Minuten meiner Zeit in Anspruch nehmen könne. „Na klar, kein Problem!“ Log ich ihn an. Auf die Frage warum denn gerade ich des Konsums illegaler Drogen verdächtigt werde, sagte er mir wohl wissend, dass er gerade dabei ist mich zu diskriminieren, dass ihn meine langen Haare auf diesen Trichter gebracht hätten.
Naja klar. Ihm zu erklären, dass es auch Leute geben soll, die ihr Haupthaar aufgrund modischer Aspekte lang tragen, ersparte ich mir und leckte an seinem Teststreifen.
Auf meine Frage, ob ich nicht die Wartezeit, bist ein Ergebnis vorliegt, mit Tanken an der Tankstelle auf der gegenüberliegenden Tankstelle verbringen könnte, willigte er erstaunlich kulant ein. Also bin ich eingestiegen, habe den Gurt angelegt und bin zur Tankstelle gefahren. Nachdem Hinfahren und Tanken gerade einmal 4 Minuten in Anspruch genommen hatten, und man ja schließlich nichts weiter zu tun hat, wenn man auf die Ergebnisse eines Drogentest wartet, hab ich meinen Bullenhass und die alten Liedtexte von Slime, die mir gerade durch den Kopf schossen, ignoriert und das Gespräch mit dem Polizisten gesucht.
Auch einen Kaugummi hab ich ihm angeboten, den lehnte er allerdings ab, was ich mit nem schlagfertigen „Sind im Dienst wa?“ quittierte. Daraufhin klärte er mich über den desolaten Zustand seiner Zähne auf und, und sagte dass Kaugummis wohl seine Plomben ziehen würden. Aha. Immerhin, eine Unterhaltung zwischen mir und nem Bullen, am ersten Mai noch undenkbar gewesen.
Die Frage ob man den schon was erkennen könnte, brachte dann allerdings Ernüchterung. „Also ein kleiner Ausschlag ist zu erkennen.“ Wie ist den das möglich, ich lehne Drogen und auch die dazugehörig Subkultur ab!“, log ich ihn abermals an. Das hat gezogen.
Er sah mir noch mal scharf in die Augen und sagte, mit seiner Macht die er über mich hatte kokettierend: „Ich glaube an das gute im Menschen, und außerdem spinnen die Tests manchmal, schönen Sonntag.“
An die unermessliche Blödheit Staatsbediensteter glaubend, stieg ich in Mein Auto und fuhr davon. Siegreich, wenngleich ich mir mal wieder vom System gefickt vorkam.
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