Archiv für den Monat: April 2009

Potsdamer Kurzfilm – myfantasyreality

myfantasyreality.tk

In vier Wochen einen zehnmintigen Kurzfilm mit zwei gleichzeitig ablaufenden Perspektiven zu drehen, der sich nur ber Bilder und Musik erklrt und trotzdem nicht den Faden verliert, all das mit einem Budget von dreihundert Euro, mehreren Statistenszenen und gleichzeitiger Berufsttigkeit, klingt nach einer unmglichen Aktion. Die Produktion „myfantasyreality“ war nicht leicht zu stemmen, aber jetzt, nach einer kleinen Ruhepause und einem finalen Schnitt, ist der Film letztendlich da gelandet, wo er hingehrt: Im Internet!

Die Premiere fand Ende Mrz in der Reithalle A auf einer vom Spartacus e.V. organisierten Ausstellung zur Jugendkultur(krise) in Potsdam statt. Leider konnte ich gar nicht daran teilnehmen, dank der wirklichen Berufsttigkeit, der ich nachging, verfolgte ich die Premiere im Olympischen Dorf von 1936 am Telefon, ausgelassen rumhpfend vor dem Cateringwagen einer wesentlich greren Produktion, als der Applaus zu hren war. Ich, Wilhelm Kapp, zwanzig Jahre alt, habe eigentlich nichts anderes im Kopf als bewegte Bilder. Das Leben ist schlielich eine ewig lange Einstellung, in der manchmal Langeweile herrscht und im nchsten Moment ein Ereignis das nchste jagt. Irgendwie spiegelt sich dieser Gedanke auch in „myfantasyreality“ wieder, wobei auf der einen Seite des Schirms karge Tristesse herrscht und auf der anderen der Fantasie freier Lauf gelassen wird.

Myfantasyreality ist experimentell, berzogen, leichtsinnig und gerade dadurch so interessant. In dieser Welt gibt es nur Extreme, so wie im Gehirn eines 16-jhrigen Jugendlichen, der sich selbst sucht, aber keine Antworten findet.

Der Film zeigt die Geschichte eines jungen Mdchens, das sich im Strom des stupiden Alltags verliert und nur ber ihre eigene Fantasie Abwechslung findet. Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.
Wir begleiten sie einen Tag lang von der Schule bis zum nchtlichen Wandeln durch
die verlassene Stadt und geraten in einen intimen Sog betrend verstrender Gedanken. Wer also erfahren will, was im Kopf eines Schlers vorgehen kann, wenn er eine Klausur schreiben muss oder wie es ist, in einer Stadt zu leben, in der Abendgestaltung nur auf dem Reibrett und in den Kpfen der Jugend stattfinden kann, der sollte ruhigen Gewissens mal einen Blick auf diesen Film werfen. Und am Ende geht es, fr alle Romantiker, doch nur um das eine, groe Gefhl, die Liebe, die selbst so unreal sein kann, dass sie auf der fantastischen Seite des Schirms am besten aufgehoben scheint.

Alles weitere findet ihr bersichtlich auf der Website www.myfantasyreality.tk (Youtube Stream, Download des Films, Soundtrack, weitere Infos)